​Schrauben bis der Arzt kommt!

Ein Arzt hätte vermutlich Bedenken geäußert, wenn er am vergangenen Wochenende (24. bis 26. November) das Projektlabor im E-Gebäude des Berufskollegs Rheine besucht hätte. Denn es war mal wieder Schrauberwochenende! Und das bedeutete ...

... gesundheitstechnisch: Räumlichkeiten, in denen sich zahlreiche Menschen die Klinke in die Hand geben, sind in der Erkältungszeit ja nie ein besonders guter Aufenthaltsort um Viren aus dem Weg zu gehen. Dazu ist es warm im Projektlabor, was wohl vor allem an den vielen Menschen liegen mag. Schüler aus dem Berufskolleg, die die Zeit nutzen, um sich vor dem Jugend forscht-Wettbewerb noch mal intensiv ihren Projekten zu widmen, kommen hier mit Interessierten aus Wirtschaft und Industrie und vor allem Ehemaligen zusammen. Diese nutzen die Schrauberwochenden immer zu einem Wiedersehen mit alten Weggefährten und ihren Mentoren Berthold Sommer und Michael Schwunk. Dass sie so zahlreich erscheinen und dabei auch weite Wege auf sich nehmen zeigt die Verbundenheit zum Projektlabor. Hilfe kam von Unis aus Aachen, Dortmund, Osnabrück, Bremen, Heidelberg, aber auch von Azubis, die vor Ort ihre Karriere gestartet haben. Von ihrem Know-How kann der aktuelle Techniknachwuchs profitieren. Nur dass die Tür so oft aufgeht und kalte Zugluft ins Projektlabor strömt, wo schwitzende, vom grassierenden Technikfieber ergriffene Schüler an ihren Projekten arbeiten, könnte der Arzt bemängeln.
 
​Schrauben bis der Arzt kommt!  ​Schrauben bis der Arzt kommt!  ​Schrauben bis der Arzt kommt!

... ernährungstechnisch: Es geht auf Mitternacht zu. Pizzakartons stapeln sich in einer Ecke, der Energieriegel für zwischendurch trägt den Namen eines römischen Kriegsgottes und erhält mehr Zucker als für die kommende Denkaufgabe gebraucht wird. Zudem kann festgehalten werden, dass an einem Schrauberwochenende Schlaf nur ein schlechter Ersatz für Kaffeetrinken wäre. Ein Arzt würde hier sicher Bedenken anmelden!

... kommunikationstechnisch: Es wurde bereits erwähnt, wie viele Menschen im Projektlabor zusammenkommen. Unter den bestehenden Voraussetzungen des gemeinsamen Interesses an Technik oder einer bestehenden gemeinsamen Vergangenheit im Projektlabor, kann das Ergebnis nur nahezu grenzenlose Kommunikation bedeuten. Bereichert wird diese dann noch von Freunden des Projektlabors – Menschen aus der Wirtschaft, die in ihrer Freizeit Projekte unterstützen. Dabei werden so viele Probleme diskutiert und so viele Ideen gesammelt, dass der Arzt eine nahezu vollständige Auslastung der Hirnkapazität monieren könnte.

... so rein technisch: Da man ein Interesse für naturwissenschaftliche Zusammenhänge als eine Voraussetzung für ein Medizinstudium ansehen darf, würde der Arzt vielleicht Interesse an den Projekten zeigen und seine Bedenken vergessen. Er würde sich vielleicht an den Gesprächen beteiligen, Energie verschwenden und am Ende vielleicht sogar selbst anfangen zu schrauben.
 
Festzustellen bleibt: Vielleicht war ein Arzt anwesend – aber nur inkognito. Vielleicht hätte er an der ein oder anderen Stelle Bedenken anmelden können. Aber wenn er bedenkt, was Jugendliche statt Schrauberwochenende am Wochenende sonst so machen können und wie sich das auf die Gesundheit auswirken kann, so lässt er diese Bedenken bei Seite und kommt beim nächsten Mal gerne wieder!

Veröffentlicht: 19:57:06 28.11.2017