​Nahezu grenzenlose Bewegung

Vom 24. bis 28. April war das Projektlabor Berufskolleg Rheine mit dem Omniwheel-Projekt auf der Hannover Messe 2017 zu Gast! Hier, wo die Trends der Technik präsentiert werden, zeigten Malte Janz, Jonas Brune und Simon Winther ihre Omniwheelplattform, die als Leuchtturmprojekt des New Automation e.V. zahlreiche Glanzlichter verantwortete. Der New Automation e.V. engagiert sich vorbildlich in der Nachwuchsförderung im Bereich Automatisierungstechnik. Jedes Jahr wird ein Leuchtturmprojekt ausgewählt, welches dann auf der Hannover Messe vorgestellt wird!
 
​Nahezu grenzenlose Bewegung

Dass in diesem Jahr den drei Machern aus der Talentschmiede Projektlabor Berufskolleg Rheine die Ehre zu Teil wurde, hat viele Gründe. Zum einen und zuallererst haben Malte, Jonas und Simon eine originelle Idee gehabt: eine universelle fahrbare Plattform sollte es sein – ein Fahrzeugkonzept mit allen Bewegungsfreiheiten in der Ebene! Diesen Gedanken haben die drei mit vielen Arbeitsstunden, Knowhow und Durchhaltevermögen umgesetzt! Herausgekommen ist ein Transportsystem mit sechs besonderen Rädern (Omniwheels), welche einzeln durch Schrittmotoren angetrieben werden. Dabei wird – je nach gewünschter Fahrtrichtung und Geschwindigkeit – die Drehgeschwindigkeit und -richtung jedes Rades einzeln berechnet.
 
​Nahezu grenzenlose Bewegung

​Nahezu grenzenlose Bewegung Bei der Realisierung des Projektes sind die drei ein Team geworden, haben Ideen entwickelt, gemeinsam Rückschläge verarbeitet und immer wieder neue Lösungen für technische und organisatorische Herausforderungen gefunden! Mit ihren unterschiedlichen schulischen Schwerpunkten haben Malte (Höhere Berufsfachschule Informationstechnik), Jonas (Berufliches Gymnasium Maschinenbautechnik) und Simon (Berufliches Gymnasium Elektrotechnik) sich gegenseitig gut ergänzen können! Dass Simon, der inzwischen an der RWTH Aachen Elektrotechnik studiert, dem Projekt über seine Schulzeit hinaus treu geblieben ist, zeigt die Verbundenheit zum Team und dem Projektlabor, das für viele ehemalige Schüler weiterhin als Treffpunkt fungiert! Hier erhalten die jungen Macher eine herausragende Förderung durch ihren Spiritus Rector Berthold Sommer, der in seinem Team mit Christoph Bülter und Michael Schwunk in diesem Maße selten zu findende Kompetenz versammelt hat.

Mit der Omniwheelplattform konnte ein Projekt realisiert werden, dessen technische Daten beeindrucken: 6 große Schrittmotoren mit jeweils 8,5 Nm Antriebsmoment ermöglichen jede Bewegung (vorwärts, rückwärts, seitlich, schräg und Drehungen) und die Steuerung per Smartphone App über einen eingebauten W-LAN Accesspoint sorgt für eine anwenderfreundliche Bedienung! Das NOGS-System (ein Minicomuter für autonome IoT-Anwendungen) ermöglicht die Berechnung und Steuerung der Motoren. Ein LeMaker-Guitar-Board arrangiert die Kommunikation mit dem Smartphone und den Sensoren. Zur Umgebungserfassung und Kollisionsvermeidung wurden zwei 2D-Laserscanner TiM 351, die von der Firma SICK zur Verfügung gestellt wurden, eingebaut. Die Energie wird aus zwei 36V/10Ah Lithiumakkumulatoren bezogen.

Am Ende haben alle Varianten zu einem außergewöhnlichen Ergebnis geführt. Die Technik der Omniwheelplattform eröffnet ein enormes Feld an Einsatzmöglichkeiten: Sie kann bspw. als Transportsystem in der Lagerlogistik verwendet werden oder als wendiger E-Rollstuhl, mit dem man z.B. auch schräg an des Waschbecken heranfahren kann! Auch der Einsatz als Plattform für ein Robotersystem ist denkbar. Die Besonderheit dieses Aufbaus ist u. a. die Belastbarkeit von bis zu 200 kg bei einer Fortbewegung mit Schrittgeschwindigkeit.

Während sich die Plattform inzwischen wie selbstverständlich – ohne Grenzen in der Ebene –fortbewegt, war es nicht selbstverständlich, dass sich ihre Macher auch zu ihr auf die Hannover Messe bewegten. So ist für Malte die Klausurphase angelaufen, während Jonas mitten in den Abiturprüfungen steckt und für Simon gerade das Semester begonnen hat. Auf der Hannover Messe standen die drei dennoch von morgens 9 Uhr bis abends 18 Uhr Rede und Antwort zu ihrer Erfindung! Das Messeleben stellte für alle eine neue Erfahrung dar – umgekehrt boten sie diese aber auch, indem sie sowohl Fachpublikum als auch Techniklaien mit nahezu grenzenloser Bewegung beindruckten! Was auch in den vielen Gesprächen, in denen das Team hohe Anerkennung bekam, deutlich wurde. Es kommt wohl nicht sehr häufig vor, dass man als Schüler, ein Jahr vor seinem Schulabschluss, eine Masterarbeit an einer Uni angeboten bekommt.

Auf der Messe überreichte Herr Dr. Reinhard Hüppe den Schülern die Urkunden zum Leuchtturmprojekt und das Projektlabor durfte einen exklusiven Pokal entgegennehmen. Das Projektlaborteam bedankt sich noch einmal ganz herzlich beim New Automation e.V. sowie bei Frau Jenny Schaffrath mit ihrem Team, welche die Omniwheelplattform als Leuchtturmprojekt finanziell und organisatorisch erstklassig unterstützt haben. Evtl. kommt das nächste Leuchtturmprojekt ja wieder aus dem Münsterland, Bewerbungen sind bis zum 30.06.2017 möglich, Infos: www.new-automation.de.

Veröffentlicht: 08:13:38 09.05.2017