Zwei erste Plätze lassen das Projektlabor jubeln

Teilnehmer aus dem Berufskolleg Rheine erzielen mit sechs Platzierungen ein Traumergebnis
 
Die Wettbewerbe Jugend forscht und Schüler experimentieren haben ihren Teilnehmern und Betreuern einen Marathon abverlangt: Nachdem die Projekte über Wochen für die Wettbewerbe vorbereitet und am Donnerstag und Freitag präsentiert wurden, mussten die Teilnehmenden sich ein Wochenende lang in Geduld üben. Umso schöner, dass der Zieleinlauf viele strahlende Gesichter erzeugen konnte. Insbesondere Sven Hübner und Erik Frey mit ihrem Projekt MATILDA und Ole Wilde mit dem OW e-blinkerhandschuh! durften sich über ihre ersten Plätze im Regionalwettbewerb freuen, die gleichzeitig die Qualifikation für den Landeswettbewerb einschließlich eines Coachings für die Veranstaltung bedeuten.
 
Zwei erste Plätze lassen das Projektlabor jubeln  Zwei erste Plätze lassen das Projektlabor jubeln

Einige Teams nutzten die Gelegenheit, die Preisverleihung im Projektlabor Berufskolleg Rheine im Livestream zu schauen. Die Anspannung ließ schon vor der Verkündung der Sieger während der Einleitung durch Schirmherr Dr. Eckhard Göske von der IHK Westfalen-Nord die Luft Knistern – nicht nur wegen der besonderen Wettbewerbssituation im Pandemiejahr. Dass die technikaffinen Jugendlichen und jungen Erwachsenen diese Situation bei ihren Präsentationen mit Bravour meisterten, wurde später auch von mehreren Jurymitgliedern erwähnt.
 
​Forscherdrang lässt sich von der Pandemie nicht bremsen  ​Forscherdrang lässt sich von der Pandemie nicht bremsen

Insgesamt wurden im Regionalwettbewerb Münsterland 83 Teams gemeldet, von denen 10 aus dem Projektlabor Berufskolleg Rheine entstammen. Über dritte Plätze freuten sich aus diesen Reihen Lasse Groon und Jannik Schriever, die ihre Schallkamera für den Hybridunterricht im Bereich Technik eingereicht haben. Zusätzlich zur Platzierung erhielten sie einen Sonderpreis im Bereich „Hören, Akustik und Lärm“. Auch Noah Albers, Fabian Pflegt und Leon-Calvin Nuran, die mit dem Herbert-CO2-System ein dynamisches Messgerät für die Luftqualität entwickelten durften sich über einen dritten Rang freuen. Zweite Plätze erreichten Noah Albers und Fabian Pflegt im Bereich Arbeitswelt für ihre Corona-Anmeldung, mit der man die Prozesse der Kontaktdatenerfassung effizienter gestalten kann. Dieses Projekt brachte den Teilnehmern gleichzeitig ein Jahresabo der Computerzeitschrift „c’t – Magazin für Computertechnik“ ein. Ebenso freuten sich Leonard Tegeder, Max Rösenberger und Jascha Wallmeiner mit ihrem Budget Autoclav über einen zweiten Platz. Der Budget Autoclav ist eine Art Backofen. Er erlaubt die Einstellung von Temperatur und Druck, so dass beispielsweise Carbonteile unter optimalen Bedingungen gefertigt werden können.
 
​Forscherdrang lässt sich von der Pandemie nicht bremsen  ​Forscherdrang lässt sich von der Pandemie nicht bremsen

Die ersten Plätze wurden von der Jury mit einer Laudatio noch einmal erläutert, dabei gelang es Ole Wilde, der sich bereits im Vorjahr für den Landeswettbewerb qualifiziert hatte, mit einem Handschuh die Verkehrssicherheit von Radfahrern zu erhöhen, indem ausgehend von der Handbewegung Blinksignale ausgelöst werden. Neben dieser sehr alltagstauglichen Grundidee befand die Jury, dass der Beitrag aus dem Bereich Schüler experimentieren „sehr überzeugend umgesetzt“ worden ist, weshalb auch noch der „Thinking Safety“-Sonderpreis für den Beitrag ausgelobt wurde. Auch der Versuchsaufbau MATILDA von Sven Hübner und Erik Frey begeisterte die Jury, verlangte ihr aber auch alles ab: Freimütig wurde in der Laudatio zugegeben, dass man froh über erläuternde Hilfestellungen aus dem Fachbereich der Physik gewesen sei, um den Versuchsstand zu begreifen, der technisch die Treibstoffeffizienz in der Turbine untersuchen soll, in der Projektpräsentation den „Spaß mit Detonationen“ aber auch nicht unterschlägt. Hier wurde gleichzeitig der Sonderpreis „Interdisziplinäres Projekt“ vergeben, immerhin kommen die Preisträger auch aus den Fachbereichen Maschinenbautechnik (Hübner) und Elektrotechnik (Frey) am Beruflichen Gymnasium.
Neben den Platzierungen gab es noch Sonderpreise für Felix Röhlke (aufblasbare Tragwerke), das Team Jeffrey Stolte, Justin Schröder und Anton Wösting (Primo-Circulum-machina-500-150) und Vishnuvardhan Viswanathan (motorisierter Katamaran).
 
​Forscherdrang lässt sich von der Pandemie nicht bremsen  ​Forscherdrang lässt sich von der Pandemie nicht bremsen

Auch die Betreuer aus dem Projektlabor durften sich freuen: Christian Hoof wurde mit dem Förderpreis für engagierte Talentförderer bedacht, gemeinsam mit Berthold Sommer und den anderen helfen Händen kann er sich auch über den „Ehrenpreis des Präsidenten“ von der IHK freuen – die Quote von 10 Beiträgen bei 83 Anmeldungen im Regionalwettbewerb Münsterland war dieses Jahr einmaliger Bestwert. Dabei machte sich im Projektlabor schnell eine Stimmung breit, die man sonst eher vom Fußballplatz kennt. Sepp Herbergers „Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“ scheint auch in der Technikforschung zu gelten. Während manche Teams schon im Anschluss an die Preisverleihung den Beitrag für das nächste Jahr überlegten, müssen die Erstplatzierten nun in Kürze alle Materialien für den Landeswettbewerb aufbereiten. Der Wettbewerb ist und bleibt ein Marathon.

Veröffentlicht: 11:45:00 02.03.2021