Renaturierung auf gutem Weg

Berufsfachschule für Umweltschutztechnik setzt die Untersuchungen am Randelbach fort

Die Berufsfachschule für Umweltschutztechnik am Berufskolleg Rheine des Kreises Steinfurt hat nach 2019 in diesem Jahr zum zweiten Mal die Qualität des Randelbaches untersucht. Ein Projekt, das für Stadt und angehende Umweltschutztechnische Assistent*innen (UTAs) von Vorteil ist. Denn die Schüler*innen erlernen damit die praktische Gewässeruntersuchung und die Stadt erhält aufschlussreiche Daten, die sie sonst nicht erheben würden.

Der Randelbach wurde im Sommer 2019 gemäß den Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie renaturiert. In zwei Bereichen rollten damals die Bagger an. An der Mündung in die Ems, nahe der Schleuse Bentlage, wurde die Mündungsstufe rückgebaut, sodass Fische und Kleinstlebewesen nicht nur bei enormem Hochwasser von der Ems in den Randelbach schwimmen können, sondern auch bei niedrigen Wasserständen. Auch im Bereich Devesburg wurden Verbauungen entfernt, um eine Durchgängigkeit des Baches in beide Richtungen zu ermöglichen. Außerdem wurde in beiden Bereichen die Gewässersohle in einen naturnahen Zustand versetzt und mit Totholz vielfältigere Lebensräume geschaffen.

Die UTAs überprüften in ihren Untersuchungen chemische und biologische Parameter, außerdem wurde die Gewässerstruktur (Uferbebauung, Gewässereinfassung etc.) bewertet. Diese Werte wurden teils vor Ort, teils im Labor der Schule erhoben.
 
Renaturierung auf gutem Weg  Renaturierung auf gutem Weg

Im Vergleich mit den Werten des Vorjahres, die den Bach vor der Renaturierung zeigen, ergab sich bereits nach einem Jahr eine geringe, aber doch messbare Verbesserung. Insbesondere die Auswertung der Kleinstlebewesen (Saprobienindex) zeigte eine leichte Verbesserung von 2,2 auf 2,0. Auch die chemische Analyse, die unter anderem den gelösten Sauerstoff und Ionen wie Phosphat und Nitrat untersucht, konnte zeigen, dass der Bach von Güteklasse II (mäßig belastet) inzwischen zu Güteklasse I-II (gering belastet) aufgestiegen ist. Die Renaturierung scheint also bereits Wirkung zu zeigen.

In den nächsten drei Jahren werden die UTAs den Bach erneut untersuchen, um die weitere Entwicklung zu diagnostizieren.

Veröffentlicht: 19:54:51 11.09.2020