Face shield V5

Vertrieb der Schutzkonstruktion aus dem Projektlabor ist angelaufen
Erste Praxistests der face shields belegen einen hohen Anwendernutzen. Die ersten 150 shields sind bereits ausgeliefert.

Nach den vielen positiven Rückmeldungen läuft im Projektlabor die Produktion weiter auf Hochtouren. Die Maker Sven Hübner (G2M) und Jonas Huilmann (G1E) haben gemeinsam mit Berthold Sommer nach der Entwicklungsarbeit für die face shields reichlich zu tun. Nachdem aus den ersten Rückmeldungen noch letzte Feinheiten optimiert wurden, sind die ersten Auslieferungen bereits vorgenommen.
 
Face shield V5  Face shield V5

Das Gewicht der Konstruktion bleibt unter federleichten 50 g, die sich auch im Langzeittest keineswegs als echte Belastung herausgestellt hatten. Deutlich zeigten sich aber zwei Vorteile der face shields. Erstens merkten die ersten Anwender aus Pflege und anderen Berufen mit Kunden- oder Klientenkontakt, dass die shields die nonverbale Kommunikation außerhalb des gesprochenen Wortes weiterhin uneingeschränkt erlauben. Ein Lächeln verschwindet nicht hinter der Gesichtsmaske, sondern bildet die Basis für Gespräche, in denen die Menschlichkeit bedeutsam ist. Zweitens sorgen die face shields für Schutz, ohne zu starken Beschränkungen zu führen. Anders als bei Stoffmasken sammelt sich nicht immer weiter Feuchtigkeit im Bereich von Mund und Nase an – das Tragegefühl verändert sich also nicht im Laufe der Zeit. Der Abstand des Schildes zum Gesicht ist wiederrum groß genug gewählt, um ein Beschlagen des Schildes oder einer Brille zu vermeiden.

Die Vorteile wurden von verschiedenen ersten Anwendern bestätigt, die sowohl längere Arbeitsschichten als auch im Kontakt mit den Mitmenschen von den Masken profitierten. Um einer möglichst große Nutzergruppe den komfortablen und trotzdem sicheren Einsatz zu ermöglichen, haben die Maker nun auch das Haltesystem modifiziert. Die Befestigung mit Klettband oder alternativ mit Gummizug kann nicht nur für verschiedenen Kopfformen, sondern auch für verschiedene Frisurentypen angepasst werden. Insbesondere die Ponyschwanzträger/innen werden das zu schätzen wissen. Aus diesem Grund kann die Normalversion (nur Klettband) oder auch die flexible Version (Klettband und Textilgummi) beim Halterungssystem bestellt werden. Auch eine individuelle Anpassung, den die Lupenbrille von Frau Dr. Claudia Richter erforderlich machte, konnte vorgenommen werden.
 
Face shield V5  Face shield V5

Das System ist bewusst sehr einfach aufgebaut. Interessierte am face shield sollen von den insgesamt niedrigen Materialkosten und dem einfachen Fertigungsprozess profitieren. So können die Maker die face shields für 5,-€ / Stück (zzgl. MwSt.) anbieten. Über das schuleigene Bücherkarussell und den Förderverein des Berufskollegs kann Vertrieb inklusive der Rechnungsstellung professionell abgewickelt werden. Bei Bedarf ist auch ein Versand möglich. Bestellungen können über faceshield@projektlabor.org aufgegeben werden. Wer die Arbeit der Maker unterstützen möchte, kann das gerne über den Förderverein des Berufskollegs mit einer zweckgebundenen Spende tun.
 
Face shield V5  Face shield V5

Das Projektlabor ist ein Maker Space und versteht sich als dynamischer offener Raum, deshalb werden Projektentwicklungen auch im GitHub-Kanal veröffentlicht und anderen Makern zur Verfügung gestellt: https://github.com/Projektlabor-Rheine/Face-Shield . Für draußen und einen rauen Einsatz sind die face shiels eher weniger geeignet. Hier bleiben die Gesichtsmasken aus Stoff die bessere Wahl. Die Leute im Projektlabor sind begeistert, dass mittlerweile überall Menschen als Maker aktiv werden und selber Masken in vielfältigsten Formen fertigen. Genau wie bei den vielen regionalen Projekten zum Nähen von Stoffmasken freuen sich die beteiligten Maker, dass es einen regen Austausch auch zu den face shields gibt. Auf dem GitHub-Kanal finden sich alle Infos für Menschen, die sich die Konstruktion nachbauen möchten. Das müsste für Interessierte mit einem ausreichenden handwerklichen Geschick auch ohne Lasercutter mit einer Dekupiersäge gehen. Weitere Rückfragen sind möglich an: faceshield@projektlabor.org.

Veröffentlicht: 09:27:55 24.04.2020