​Fast schon wie eine Mondlandung

Der Jahrgang der „Abinauten“ verabschiedet sich mit dem Abitur vom Berufskolleg

Ganze 153 Schülerinnen und Schüler wurden am Samstag, den 29.06.2019 mit einer feierlichen Entlassfeier vom Berufskolleg Rheine des Kreises Steinfurt verabschiedet.

Bereits der ökumenische Gottesdienst in der St. Antonius-Basilika spielte dabei auf das kosmische Motto an. Pfarrer Jürgen Rick und Diakon Peter Siefen zeigten am Beispiel Abrahams, wie sehr sich Gottvertrauen auch in schwierigen Zeiten auszahlt. Dieser bekam von Gott trotz des fortgeschrittenen Alters so viele Nachfahren versprochen, wie er Sterne am Himmel zählen konnte. Schülerinnen des Jahrgangs zeigten szenisch auf, mit welchen Hoffnungen und Zielen die Absolvent*innen nun in die Welt ziehen und mutmaßten auch, mit welchen Erfahrungen man sich in einigen Jahren wiedertreffen wird.

Schulleiter Benedikt Karrasch griff das Motto der „Abinauten“ auch beherzt auf und zog Parallelen zur ersten Mondlandung vor fast genau 50 Jahren. Auch wenn die Dramatik – die Mondfähre hatte bei der Landung noch Treibstoff für 30 Sekunden – glücklicherweise nicht mit jeder Prüfung erreicht wurde, müssen die Abgänger*innen ebenfalls Geschick im Bereich der Nautik zeigen: Standort, Kurs und Reiseroute müssen nun immer wieder erfolgreich bestimmt werden, wofür er im Namen des Berufskollegs Glück und Erfolg wünschte.

Elisabeth Veldhues übermittelte als stellvertretende Landrätin die Glückwünsche des Schulträgers vom Kreis Steinfurt. In ihrer abwechslungsreichen Rede machte sie nicht nur augenzwinkernd Werbung für den Kreis als zukunftsgerichtete Arbeitsregion mit einer ausgesprochen geringen Arbeitslosenquote. Auch für die persönlichen Ziele der Abiturient*innen nannte sie Dinge, „die man nun tun sollte: eine exotische Sprache lernen, ferne Länder bereisen oder ins Kloster gehen“ – natürlich nur zu Besuch, wie sie schnell noch ergänzte.
 
​Fast schon wie eine Mondlandung

Festredner Udo Wiggermann, ehemaliger Betriebsleiter von Siemens am Standort Frankreich, verknüpfte geschickt einen Rückblick auf seine persönliche Karriere mit einem Blick auf die zeitgleich abgelaufene technische Entwicklung vom Rechenschieber zur Industrie 4.0. Chancen und Probleme gingen manchmal Hand in Hand, wie etwa bei der Öffnung Chinas und Russlands, die gleichzeitig aber auch die Abwanderung von Arbeitsplätzen etwa nach Asien bedeutete. Daraus lasse sich kein konkreter Blick in die Zukunft ableiten, allerdings sei die Tendenz offensichtlich: Arbeit müsse nicht mehr höher, schneller, weiter zum Ziel haben, sondern „besser, sparsamer, kollektiv besitzend. Sie müssen Teil des Spiels werden“, dafür empfehle er durchaus einen Job, der anfangs schwer wird. Nur so könne Leidenschaft entfacht werden.

Diese Leidenschaft wurde auch von Marike Stommer und Inga Schmale aufgegriffen, die viele Erlebnisse der letzten drei Jahre von den Kennenlerntagen am Alfsee bis hin zum „Angstschweiß vor Abiklausuren“ unterhaltsam zusammenfassten. „Das war’s nun mit Unterricht mit den besten Freunden an der Seite, mit Motivationsreden vor Klausuren und fertig geschmierten Pausenbrötchen“. Eine treffende Überleitung zu den Koordinatorinnen des Beruflichen Gymnasiums, Anke Kreke-Fels und Diana Nordlohne. In einer allerletzten Motivationsrede ermunterten sie die Abiturient*innen, sich auf den Weg zum Astronauten oder Kosmonauten, nach Cape Canaveral oder zum Kosmodrom Baikonur in Kasachstan aufzumachen. Ob als Maschinenbauer im tatsächlichen technischen Einsatz oder mit einer persönlichen Zielsetzung ohne Weltraumkontakt – nur wer sich auf den Weg mache, könne die nächste Stufe seines Antriebs überhaupt zünden.
 
​Fast schon wie eine Mondlandung

Vor der Zeugnisausgabe ehrten sie noch Jascha-Alexander Helmer und Laura Gude für ihre besonderen Leistungen als Jahrgangsbeste mit einem Präsent. Der abschließende Sektempfang war dann ein guter Vorgeschmack auf den Abiball, der am folgenden Freitag in der Stadthalle stattfinden wird.

Die musikalische Untermalung der Veranstaltung erfolgte durch die Band „Elli“, deren Sängerin Nicole Baans selbst vor wenigen Jahren ihr Abitur am Berufskolleg erlangte.
 
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Veröffentlicht: 18:17:13 29.06.2019