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Berufsgrundschuljahr

Susanne möchte unbedingt Friseurin werden, findet aber keinen Ausbildungsplatz. Andreas ist in der zehnten Klasse der Hauptschule, wird aber den Abschluss 10 B nicht schaffen. Julian hat den Hauptschulabschluss und möchte Mechatroniker werden. Sein Ausbildungsbetrieb setzt aber den Realschulabschluss voraus. Henriette möchte bei einem Betrieb im südlichen Emsland eine Ausbildung zur Industriemechanikerin machen. Dieser Betrieb bildet aber erst ab dem zweiten Ausbildungsjahr aus. Robert, 17, weiß zwar, dass er eine Ausbildung im Elektrobereich machen will, mag sich aber noch nicht auf einen genauen Ausbildungsberuf festlegen. Er ist noch nicht volljährig, also berufsschulpflichtig.

Schulkiosk Diese fünf Schülerinnen und Schüler sind typische Kandidatinnen und Kandidaten für das Berufsgrundschuljahr. Das Berufsgrundschuljahr ist in den 70er Jahren als alternatives erstes Ausbildungsjahr eingeführt worden. Hier können Schülerinnen und Schüler die berufliche Grundbildung erwerben, indem sie allgemeinbildenden und berufsbezogenen Theorieunterricht sowie an zwei Tagen berufspraktischen Unterricht in den schuleigenen Werkstätten erhalten. Zudem wird in einem zwei-bis dreiwöchigen Praktikum die Praxis im Betrieb kennen gelernt. Am Berufskolleg Rheine wird das Berufsgrundschuljahr in den Fachrichtungen Elektrotechnik, Ernährung und Hauswirtschaft, Körperpflege sowie Metalltechnik angeboten. Das Berufsgrundschuljahr ist ein doppeltqualifizierender Bildungsgang: Einerseits erwirbt die Schülerin bzw. der Schüler die berufliche Grundbildung, die in der gleichen Fachrichtung eine Ausbildungsverkürzung um bis zu zwölf Monate bringen kann. Andererseits erhält die Schülerin bzw. der Schüler bei Erfolg den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 (10 A) und erwirbt bei befriedigenden Leistungen in Mathematik, Deutsch und Englisch sogar den mittleren Schulabschluss (10 B).

Susanne, Andreas, Julian, Henriette und Robert finden also individuell für ihre persönliche Lage die entsprechende Antwort im Berufsgrundschuljahr. Für Schülerinnen und Schüler, die noch keinen Hauptschulabschluss erworben haben, wird am Berufskolleg Rheine das Berufsorientierungsjahr angeboten. Hier wird ein Einblick in mehrere berufliche Fachrichtungen gewonnen. Zusätzlich kann der Hauptschulabschluss erworben werden. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten nach Wunsch z.B. im Schulkiosk mit.


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